Schaurige Geschichten aus der Toskana

Donnerstag, April 2, 2020
Veröffentlicht in : Legende Lucca Merkwürdigkeiten Ortschaften Sehenswürdigkeiten Siena
Toskana
Wir sind total von allem was mit der Toskana zu tun hat besessen und obwohl wir momentan keinen Urlaub in dieser Region planen können, können wir alles über ihre besonderen Merkmale und Reize lesen und uns auf schönere Zeiten freuen, wenn ein Urlaub wieder möglich sein wird.

Die Toskana hat ein unheimlich reiches historisches und kulturelles Erbe, das von sich stets ändernden Herrschern, endlosen Kämpfen und Kriegen im ganzen Land über die Jahrhunderte hinweg, einflussreichen Kunstbewegungen und Künstlern und einer prächtigen Landschaft, die sowohl inspiriert, als auch reichlich kulinarische Köstlichkeiten produziert, gekennzeichnet ist. Das alles hat zur Folge, dass es über die Region einige fesselnde Mythen und Legenden und gruselige Erzählungen gibt, die einem vielleicht sogar bekannt sind, oder zumindest nicht ganz unerwartet erscheinen.

Wenn Sie an Geschichte, Folklore oder Makabrem interessiert sind, dann ist die Toskana ein überraschend gutes Reiseziel, denn hier gibt es unzählige von Geistern heimgesuchte Schlösser und Stätten, die angeblich regelmäßig von Hexen und Gespenstern besucht werden. In diesem Artikel haben wir unsere beliebtesten, mysteriösen Geschichten und übernatürliche Legenden aus der Toskana zusammengestellt, denn schließlich haben wir im Moment etwas mehr Zeit zu Hause zum Lesen, jetzt wo sich die ganze Welt in einer seltsamen und ungewöhnlichen Lage befindet...
Schloss Poppi
1. Spukschlösser

In der Toskana gibt es Hunderte Schlösser, mehr als man es sich vorstellt. Zu diesen Schlössern gehört das Schloss Poppi in dem wunderschönen Casentino Tal. Der berühmteste Bewohner war eine junge Frau namens Matilda, die die schönste Frau der Gegend war, aber gezwungen wurde einen alten und mächtigen Mann eines lokalen Herrscherhauses zu heiraten. Matilda war darüber sehr verärgert und eifersüchtig auf die Freiheit, die die anderen Bürger hatten, also heuerte sie ledige junge Männer an, Reparaturarbeiten durchzuführen oder sie zu unterhalten. Sie suchte sich dann einen dieser Männer aus, brachte ihn mit auf ihr Zimmer und entsorgte den Beweis ihrer Untreue dann am nächsten Tag, indem sie den Mann durch eine Falltür in einen Kerker voll mit Rasierklingen und zerbrochenem Glas schubste. Die verdächtig hohe Zahl an jungen Männern, die verschwunden waren, veranlasste das Volk das Schloss zu stürmen, wo sie Matilda in einem Turm einsperrten, die Tür zumauerten und sie dem Hungerstod überließen. Aufgrund dieser schrecklichen Vergangenheit gibt es viele Geschichten über Geister, die in dem Poppi Schloss gesehen wurden und es wird als eine der geisterhaftesten Stätten in ganz Italien angesehen. Zu anderen, von Geistern heimgesuchten Schlössern in der Toskana, gehören das Schloss Lari, Schloss Brolio und das Schloss Vincigliata, um nur einige zu nennen.
Das Schwert von San Galgano
2. Das echte Schwert im Stein

Im San Galgano Kloster, in Siena, werden Sie ein einzigartiges Ausstellungsstück finden, nämlich ein Schwert, das in einem großen Felsen steckt und angeblich die Geschichte des Ritters Galgano Guidotti erzählt, der so seine Erlösung fand. Er wurde 1148 geboren, als Sohn eines unbedeutenden Adligen, und war ein egoistischer und gewalttätiger Mann, der ein ziemlich untugendhaftes Leben lebte, bis er im Alter von 32 Jahren von dem Erzengel Michael in einer Vision besucht wurde, der ihm befahl in Verzicht zu leben. Er wurde zu einem Eremit und zog sich in eine nahe gelegene Höhle zurück. Eines Tages erschienen ihm dann der Apostel, Christus und Maria, die ihn erneut bekräftigten, seinem alten Leben den Rücken zu kehren. In einer Version der Geschichte antwortete er angeblich, dass dies einfacher gesagt als getan sei, und dass es leichter wäre, einen Fels mit einem Schwert zu spalten, woraufhin er sein Schwert in den felsigen Boden unter seinen Füßen rammte, um seinem Ausdruck Bedeutung zu verleihen. Er war allerdings erstaunt zu sehen, dass sein Schwert ganz unkompliziert fast bis zum Griff in den Boden sank. In einer anderen Version wird behauptet, dass er die Stelle, die ihm gezeigt wurde, mit einem einfachen Kreuz markieren wollte, aber auch in dieser Version schnitt das Schwert ganz einfach durch das Gestein. Durch Radiokarbonmethoden und Scanbilder konnte tatsächlich bestätigt werden, dass das Schwert aus dieser Epoche der Vergangenheit stammt, aber die wahre Geschichte, wie es hierher kam und wer genau es in den Fels rammte ist ungewiss. Trotz allem ist es ein interessantes Erinnerungsstück und das echte Schwert im Stein, das heute in einer Glasvitrine ausgestellt ist, um zu verhindern, dass Leute versuchen, es wieder aus dem Fels herauszuziehen.
Ponte del Diavolo
3. Die Teufelsbrücke

Die berühmteste Brücke in der Toskana ist die Ponte del Diavolo (also Teufelsbrücke) in der Provinz Lucca. Ihr Bau wurde von der Gräfin Matilda di Canossa der Toskana im 11. Jahrhundert in Auftrag gegeben. Ursprünglich hatte sie den Namen Ponte della Maddalena, wurde aber aufgrund einer populären Legende zu Ponte del Diavolo umbenannt. Die Legende besagt, dass ein Baumeister versprach eine Brücke zu bauen, aber in Schwierigkeiten geriet, als er den Bau nicht pünktlich fertig stellen konnte. Eines Abends, als er am Flussufer saß, erschien ihm der Teufel und versprach ihm, sein Projekt in einer einzigen Nacht zu vollenden, wenn er dafür die Seele der ersten Person, die die Brücke überquert, bekommen würde. Als er mit seiner Arbeit fertig war, fing der Baumeister an sich über den Pakt zu sorgen und befahl den Bewohnern, die Brücke nicht zu überqueren und bat den Bischof von Lucca um Hilfe. Der Bischof hat den Teufel ausgetrickst und ließ als erstes ein Schwein die Brücke überqueren, was den Teufel sehr zornig machte und ihn veranlasste, in den Fluss zu springen. Man hat ihn nie wieder in dieser Gegend gesehen. Also keine Angst, Sie sind hier vor dem Herrscher der Dunkelheit sicher, wenn Sie das nächste Mal zu Besuch kommen.
Der Kopf der Heiligen Katherina
4. Toskanische Mumien

Genauso wie die Spukschlösser, gibt es in der Toskana auch viel mehr "Mumien“, als man es sich vorstellt. Das sind zwar keine Mumien aus dem antiken Ägypten, sie sind aber trotzdem fesselnd, furchterregend und faszinierend. Lesen Sie hier in diesem Artikel, den wir vor ein paar Jahren veröffentlicht haben, mehr darüber.
Hexe
5. Die Hexen des Matanna

Der Monte Matanna, ein Berg in den Apuanischen Alpen in der Provinz Lucca, ist anscheinend der beliebteste Spukplatz sowohl für Hexen als auch für Wanderer. Laut einer lokalen Legende haben sich Hexen hier versammelt um ihre Hexenkunst auszuüben und wurden von Schafhirten gesehen, die Flammen auf den Berghängen erspähten. Man sagt sie haben dort Opfer gegeben und alle möglichen Zaubereien durchgeführt. Selbst heute noch raten die Einheimischen davon ab, diesen seltsam geformten Felsen zu besuchen, den die Hexen angeblich als Opfertisch benutzten und der unter einem großen natürlichen Bogen, entlang des Weges von Matanna zum Monte Procinto, liegt. Man sagt, dass furchterregende Geister den Schatz bewachen, den bisher niemand gefunden hat. Wenn Sie mutig genug sind, können sie die Stätte natürlich persönlich besichtigen.

Normalerweise wird die Toskana für ihre Küche, die Landschaft, die Kultur und Kunst gelobt und bewundert, aber die Region ist genauso voll mit faszinierenden Geschichten über Gespenster, Legenden, Mysterien und mehr. Wenn Sie sich also jetzt schon auf den Tag freuen, an dem Sie die Toskana besuchen, dann schreiben Sie doch ein paar der ungewöhnlichen und makabren Sehenswürdigkeiten und Attraktionen auf Ihre Ausflugsliste!
Bildnachweis
Foto 2: PROPOLI87 / CC BY-SA 4.0;
Foto 3: Alexmar983 / CC BY-SA 3.0;
Foto 4: loki_racer / CC BY-SA 3.0;
Foto 5: Cerrigno / CC BY-SA 3.0

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