Ein Höhepunkt der Uffizi: Judith enthauptet Holofernes

Donnerstag, Dezember 21, 2017
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Judith enthauptet Holofernes
Die Uffizi Galerie in Florenz ist eines der außergewöhnlichsten Museen der Welt und wir haben bereits mehrere Artikel über die Galerie selbst veröffentlicht, Ihnen Tipps zu einem Besuch gegeben und die Höhepunkte der Kollektionen aufgelistet. Allerdings gibt es auch einzelne Höhepunkte und besondere Werke aus der Kollektion, über die man etwas mehr berichten und nachdenken sollte. Eines dieser Werke ist Artemisia Gentileschis “Judith enthauptet Holofernes”. Eine der wenigen weiblichen Malerinnen ihrer Zeit, eine talentierte Künstlerin und faszinierende Person und eine fesselnde (und oftmals übersehene) Figur. Dieses Werk ist ganz besonders mit ihrer Lebensgeschichte verbunden und daher von ganz besonderem Interesse. Buchen Sie doch ein Ferienhaus in Florenz, besuchen Sie die Galerie und nehmen Sie sich vor, dieses wundervolle Kunstwerk zu besichtigen.
“Judith enthauptet Holofernes” wurde zwischen 1614–20 fertig gestellt und eine zweite Version (die Version, die in der Uffizi ausgestellt ist) wurde zwischen 1620 und 1621 angefertigt. Abgebildet ist die biblische Figur Judith, wie sie Holofernes enthauptet. Eine Geschichte aus dem Buch Judiths aus dem Alten Testament, die erzählt, wie der Assyrische General Holofernes von den Händen der jungen Israelitischen Witwe Judith ermordet wurde. Sie betrat das feindliche Lager und das Zelt des wollüstigen Holofernes, tötete den Tyrannen nachdem er betrunken einschlief und rettete dadurch ihre Stadt Bethulia.

In der frühen Renaissance war das eine gewöhnliche Szene, wie man sie in der Kunst der damaligen Zeit entdecken konnte. Auch in der Barockkunst war sie beliebt und wurde bereits von Künstlern wie Caravaggio, Giorgione, Titian, Rembrandt und Peter Paul Rubens gemalt, aber kein Werk kann mit diesem Gemälde verglichen werden. In Abbildungen der anderen Künstler wird die Enthauptung als eine einfache, methodische Handlung dargestellt, aber in Gentileschis Werk ist es eine körperliche, brutale Tat. Eine Magd hilft Holofernes festzuhalten, während Holofernes sich wehrt und Judith ihn mit Anstrengung köpft. Blut spritzt von seiner Wunde und beide Frauen blicken finster drein und sind von der Mühe angespannt und erschöpft. Beide Frauen erscheinen im Vergleich zu dem plumpen Holofernes besonders klein.

Es gibt einen guten Grund für diese Brutalität: Judith ist an die Künstlerin selbst angelehnt und Holofernes an ihren Künstlerkollegen Agostino Tassi, der vor Gericht für die versuchte Vergewaltigung an ihr erscheinen musste. Gentileschis Biograph, Mary Garrard, schlägt vor, dass das Werk als "ein befreiender Ausdruck des privaten und teilweise unterdrückten Zorns der Künstlerin angesehen werden kann."

Wenn man das Werk in diesem Sinne betrachtet ist es klar, warum es ein Schlüsselwerk in der Geschichte der feministischen Kunst ist und einen viel emotionaleren Ton hat. Artemisia wehrte sich nachdem was ihr passiert war und gewann ihr Leben zurück, sie weigerte sich, dieses Ereignis ihr Leben bestimmen zu lassen und dieses Werk reflektiert genau das. Sie entwickelte sich zu einer der progressivsten und ausdrucksstärksten Künstlerinnen ihrer Generation und wird heute als die wichtige Künstlerin die sie war angesehen, und nicht nur als anzügliche Fußnote der Kunstgeschichte. Bewundern Sie unbedingt ihr aussagekräftiges Werk, wenn Sie in der Uffizi zu Besuch sind!

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