Casa Saldarini, ganz liebevoll als "Der Wal" bezeichnet, ist ein außergewöhnliches Haus, das 1961 gebaut, und von dem Florentiner Architekten Vittorio Giorgini entworfen wurde. Es ist das erste Gebäude der Welt, dessen Struktur sich auf eine iso-elastische Membrane stützt, die aus Beton und Drahtnetzen besteht und sogar bereits 25 Jahre vor Werken von Architekten wie z.B. Frank Gehry und seinem Guggenheim Museum in Bilbao gebaut wurde. Die organischen Kurven des Gebäudes sorgten für Zweifel, ob der Bau strukturell stabil genug sei, also hat man die Stabilität getestet, indem doppelt so viel Gewicht aufgeladen wurde, wie man es gewöhnlich getan hätte. Natürlich hat der Bau den Test mit Bravour bestanden, aber trotzdem wurde das Werk aufgrund des Designs, das seiner Zeit einen großen Schritt voraus war, von Giorginis Zeitgenossen größtenteils ignoriert.
Auch heute noch ist das Werk ein stiller Held und ein verstecktes Juwel, ein architektonisches Meisterstück im Golf von Baratti, von dem bisher nur wenige Leute gehört haben. Wenn Sie ein Architekturfreak sind und darüber nachdenken, ein wenig Zeit in der Toskana zu verbringen, dann buchen Sie doch ein Ferienhaus in Piombino und kommen Sie bei der Casa Saldarini vorbei, um dieses außergewöhnliche Gebäude selbst zu besichtigen!
Giorgini wurde 1926 in Florenz geboren und studierte dort Architektur. Er lebte in der Toskana bis er 1969 nach New York zog. Dort wohnte und lehrte er bis 1996 am Pratt Institut aber sein Herz hing an dem Land, in dem er geboren wurde.
Als Architekt lag sein Interesse an der Beziehung zwischen der von Menschenhand erbauten Umwelt und der Natur und das kann man an den organischen Formen, die er seinen Bauten verlieh, erkennen. Die Umwelt, die ihn am meisten inspirierte, war die Umgebung in Baratti. Zu der Zeit war es eine unbekannte und unberührte Gegend, weit von den berühmten Stränden der Toskana entfernt. Hier hat er sich sein eigenes Heim gebaut, das Hexagon Haus, inmitten von, und in Frieden mit, der natürlichen Umgebung dieses unwahrscheinlich hübschen Fleckchens Erde.
Ein kleiner Seidenproduzent aus Como, Rino Saldarini, machte in dieser Gegend regelmäßig Urlaub und wünschte sich ein kleines Landhaus, mit Ausblick auf den Golf. Nachdem die beiden Freunde wurden, fand Giorgini gefallen an der Idee seines Freundes Saldarini und bat ihm 1962 seine kostenfreie Hilfe bei der Konstruktion des "Walhauses" an. Der Bogen aus geschweißtem Gitter wurde mit Stahlbeton übergossen, so dass ein Gebäude entstand, das einem riesigen Tier ähnelte, nämlich einem Wal. Diese tierähnliche Konstruktion passt völlig ungezwungen in die Mittelmeermacchie und hat über die Jahre hinweg mehrmals den Besitzer gewechselt. Ein überraschender Augenschmaus, den manche Besucher zufällig entdecken und andere ganz bewusst ausfindig machen. Seien Sie einer der letzteren Touristen und planen Sie einen Ausflug zu dieser Attraktion ein, wenn Sie in der Toskana sind!