
Der Palazzo Vecchio ist das wunderschöne und historische (und von Geistern heimgesuchte), alte Rathaus von Florenz. Er steht mitten im Zentrum des historischen Stadtkerns und ist eines der vielen faszinierenden architektonischen Prachtstücke in der Gegend. Wenn Sie eine Luxusvilla in Florenz gebucht haben und an der Geschichte und dem Kulturerbe der Hauptstadt der Toskana und dem Geburtsort der Renaissance interessiert sind, dann müssen Sie den Palazzo Vecchio einfach besuchen. Lernen Sie mehr über die Ursprünge der Stadt und wie sie sich bis zum heutigen Tag entwickelt hat, wer die Ländereien beherrscht hat, wie die Stadt sich vergrößert und physisch verändert hat und wer über die Jahrhunderte hinweg zu den wichtigsten Einwohnern gehörte - von Prinzen, über Künstler, bis hin zu Wissenschaftlern. Wenn Sie durch den Palast schlendern und Ihnen alles was Sie sehen in Zusammenhang mit der Geschichte der Stadt erklärt wird, dann sollten Sie in einem Saal ganz besonders gut aufpassen: in dem Salone dei Cinquecento, also dem Saal der Fünfhundert.
Der Salone dei Cinquecento, also der Saal der Fünfhundert, befindet sich im Erdgeschoss des Palazzo Vecchio und wurde 1494 nach den Entwürfen von Simone del Pollaiolo gebaut und von Girolamo Savonarola in Auftrag gegeben. Girolamo war der Mönch, der die Franzosen dabei unterstützte, die Stadt einzunehmen und dann zum geistlichem Oberhaupt der neu gegründeten Republik Florenz wurde, nachdem die herrschende Medici Familie verbannt wurde. Später wurde er vom Papst exkommuniziert und letztendlich hingerichtet. Ursprünglich sollten hier die 1000 Bürger Platz haben, die Mitglieder des Großen Rats der Republik waren und die sich in zwei Gruppen von je 500 (daher der Name) trafen. Der Salone ist riesig und eine beeindruckende Fläche, die dann nach den Plänen von Giorgio Vasari noch erweitert wurde, um den Gerichtshof des Großherzogs Cosimo I de' Medici beherbergen zu können, nachdem die Medici Familie ihre politische Macht in der Stadt zurückgewann und gefestigt hatte. Primär wurde der Saal von dem Herzog für öffentliche Zeremonien und als visuelles Kernstück der Feierlichkeiten seines Ruhms genutzt. Cosimo war es, der diesen Raum dann nach und nach in das hervorragende Prachtstück verwandelte, das er heute ist.
In dem Salone sollten zwei berühmte Werke von zwei unheimlich talentierten Künstlern beherbergt werden, die allerdings letzten Endes und bedauerlicherweise für immer verschollen waren: die “Schlacht von Cascina” von Michelangelo und die “Schlacht von Anghiari” von Leonardo da Vinci. Die Freske “Schlacht von Anghiari”, wie auch sein ikonisches “Letztes Abendmahl”, war das Opfer eines der Experimente von da Vinci was Freskentechniken anging, bei dem die Farbe zu langsam trocknete und der Künstler versuchte, den Trockenprozess mit heißen Kohlen in Kohlenpfannen zu beschleunigen. Das erwies sich natürlich als katastrophale Idee und führte dazu, dass das Werk direkt vor den Augen verzweifelter Zuschauer dahin schmolz. Laut einer Legende besteht das originale Werk noch, ist aber hinter einer doppelten Wand einzementiert, die von Vasari gebaut wurde um das Werke zu erhalten, aber jegliche Versuche dies zu beweisen und die Wahrheit dieses Mythos ans Tageslicht zu bringen, scheiterten bis jetzt. Michelangelo hingegen wurde angeheuert, die Sixtinische Kapelle zu malen, bevor er seine Freske für den Salone fertig stellen konnte und seine Skizzen waren für immer verloren, als eine Horde wilder junger Künstler kam, um diese Zeichnungen zu studieren und Stücke dieser Skizzen einfach mitnahm.
Trotz dieser nicht unbedeutenden Verluste dieser Stücke, die zu den größten Kunstwerken aller Zeiten gehören könnten, mangelt es in dem Salone nicht an künstlerischen Prachtstücken. Er wird sogar oft als Schmuckkästchen bezeichnet und als der Höhepunkt eines Besuchs des Palazzo Vecchio und das hat er größtenteils den Werken zu verdanken, die diesen Raum heute schmücken. Es gibt eine wundervolle Werkreihe in dem Salone, die von 1555 bis 1572 von Vasari und seinen Helfern und Studenten hergestellt wurde, zu denen u.a. Livio Agresti von Forlì, Giovanni Stradano, Tommaso di Battista del Verrocchio und Ridolfo del Ghirlandaio gehören. Der Saal hebt die Hochblüte des Manierismus hervor und das Dekor erreicht diesen Gipfel (buchstäblich und auch körperlich) bis hinauf zur Kassettendecke, die von Cosimo beeindruckende 7 Meter angehoben wurde und die mit 42 Tafeln verziert ist, die Bilder der Glanzzeit von Florenz und vor allem der Medicis abbilden. Die Mitteltafel bildet eine Vergöttlichung des Cosimo ab in einer unterwerfenden Haltung vor dem Herzog, mit Sinnbildern der Bezirke von Florenz und der Toskana um ihn herum, sowie Porträts der Mitarbeiter von Vasari. An den Wänden sieht man sechs verschiedene Szenen aus dem Krieg von Pisa (1496 - 1509) und dem Krieg von Siena (1553 – 1555). Zusätzlich zu den Wand- und Deckengemälden gehören zu den anderen Kunstwerken im Raum die Statuen der Mitglieder der Medici Familie und der beiden Medici Päpste, Leo X und Clemens VII. Ursprünglich haben zwei prunkvolle Wandteppiche aus dem 16. Jahrhundert das Design vervollständigt, wobei sie heute nur zu besonderen Ereignissen ausgestellt werden.
Der Gesamteffekt dieser riesigen Fläche, der durch die wunderschönen architektonischen Details, die von römischen Triumphbögen inspiriert wurden, und der üppigen Auslage an gemalten und skulpturalen Kunstwerken in dem Saal, kreiert wird, ist ein Fest für alle Sinne, verleiht ein Gespür für den Wohlstand und die Macht, die die Medicis einst hatten, und ist ein Muss für alle, die eine Luxusvilla in Florenz gebucht haben und ein wenig Zeit in diesem wunderschönen Teil der Toskana verbringen.
Foto: Bradley Grzesiak / CC BY-SA 2.5