Die Bottini von Siena - Die unterirdischen Gänge von Siena

Montag, Januar 25, 2016
Veröffentlicht in : Ortschaften Siena
Die Landschaft von Siena
Versteckt unter den mittelalterlichen Straßen von Siena befindet sich ein Netzwerk von Gängen. Dieses unterirdische Labyrinth heißt “Bottini” und ist insgesamt über 25km lang. Es wurde zwischen dem 12. und 15. Jahrhundert gebaut, um Wasser durch die Stadt zu transportieren. Die Bottini waren notwendig, denn die Wasserstände waren niedrig und Wasser musste im Ort gut erreichbar sein. Heutzutage kann man die Tunnel, wenn der Wasserstand niedrig ist, besuchen und es gibt zwei verschiedene Führungen durch zwei unterschiedliche Strecken. Obwohl die Führungen nicht besonders anstrengend sind, kann der enge Raum ein wenig überwältigend wirken, besonders, wenn man unter Platzangst leidet. Wenn Sie glauben, dass Sie den Mut dazu haben, dann buchen Sie ein Ferienhaus mit Pool in Siena und machen Sie eine Führung mit!
Blick über Siena
Der Begriff “Buctinus”, von dem der Name “Bottini” abgeleitet ist, wurde das erste Mal in Dokumenten aus dem Jahre 1226 zitiert. Der Name bezieht sich auf die Form der Raumdecken - "volte a botte” was Tonnengewölbe bedeutet - die man in fast allen "Bottini” findet, abgesehen von den Bottini bei Fontanella, die wahrscheinlich von etruskischem Ursprung sind und die "Zelt-" oder umgekehrte V-förmige Gewölbe haben. Das Bottini Netzwerk besteht aus zwei Hauptzweigen auf zwei verschiedenen Ebenen - der erste Hauptzweig Fontebranda, der Wasser von Fontebecci nach Fontebranda bringt und 7,5km lang ist und der Chiarenna Zweig sind beide sehr tief, während der andere Hauptzweig namens Fonte Gaia näher an der Oberfläche entlang läuft. Dieser Zweig ist mit 15,7km länger und speist den Brunnen am Piazza del Campo und andere Stellen in der Stadt, die sich in einer niedrigeren Höhenlage befinden.




Wie bereits erwähnt hat die Arbeit an diesen Gängen zunächst im 12. bis 15. Jahrhundert statt gefunden, aber die Fontanella Strecke mit ihrem zeltförmigen Gewölbe stammt aus den Etruskerzeiten. Sie wurde damals als öffentlicher Bau erstellt, um Wasser in der Stadt zu verteilen. Es gab allerdings auch private Quellen und Becken überall in der Stadt verteilt, die durch Regenwasserversickerung und Wasseradern aus den umliegenden Bergen entstanden sind. Die Bedeutung dieses Wassers sollte man nicht unterschätzen, nicht nur wegen der offensichtlichen persönlichen Bedürfnisse sondern auch um mit den Feuern, die zu dieser Zeit regelmäßig ausbrachen, umgehen zu können und zur Bewässerung des Landes.

Es gibt zwei Strecken, die man besichtigen kann; die Fonte Gaia-Fonte Giusta Strecke, die hin und zurück 1200m lang ist und die Fontenuova Hauptstrecke mit einer Länge von 610m. Beide Routen sind nicht besonders schwierig zu begehen, aber die Führungen dauern mindestens eine Stunde und Sie müssen bitte mit angemessener Kleidung, einer Taschenlampe und einer Flasche Wasser kommen. Bereiten Sie sich mental auf die dunklen, engen, feuchten Gängen vor, denn das kann ein wenig beängstigend wirken. Der Eintritt kostet 9.30€ und Führungen können gebucht werden. Was für eine ungewöhnliche Art, die Stadt Siena zu "sehen" - aber eine wirklich faszinierende!

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